Regenwassernutzungsanlagen Pumpen

Regenwassernutzungsanlagen fördern gefiltertes Niederschlagswasser aus Zisternen zu Verbrauchern im Haus und Garten und schalten bei Wassermangel automatisch auf Trinkwasser um.

Was ist das / Wie funktioniert es

Eine moderne Regenwassernutzungsanlage (Kompaktmodul oder Regenwasserzentrale) besteht aus einer mehrstufigen Unterwasser- oder Saugkreiselpumpe, einer elektronischen Steuerung und einer integrierten Trinkwassernachspeisung.

Die Anlage saugt das in der Zisterne gesammelte und vorgefilterte Regenwasser an und versorgt WC-Spülkästen, Waschmaschinen und Gartenleitungen mit Betriebsdruck. Meldet ein Füllstandssensor in der Zisterne Wassermangel, schaltet die Einheit automatisch auf Trinkwassernachspeisung um. Dabei wird Leitungswasser bedarfsgerecht über einen freien Auslauf nach DIN EN 1717 in einen kleinen Zwischenbehälter der Zentrale geleitet.

Wann ist es sinnvoll

Sinnvoll für Ein- und Mehrfamilienhäuser mit ausreichend großer Zisternenkapazität, um typischerweise bis zu etwa 50 Prozent des täglichen Trinkwasserbedarfs einzusparen.

In der Abgrenzung zu einfachen Gartenpumpen gewährleistet die normgerechte Regenwasserzentrale eine unterbrechungsfreie Wasserversorgung auch bei Trockenperioden. Die Umschaltung erfolgt vollautomatisch, ohne dass manuell Schläuche umgesteckt werden müssen. Gegenüber reinen Hauswasserwerken wird die strikte Trennung von Trink- und Betriebswasser nach DIN 1988 (Teil 100) normkonform im Gehäuse umgesetzt.

Worauf achten

Eine direkte Verbindung zwischen Trinkwassernetz und Regenwasserrohr ist strengstens untersagt; die Trinkwassereinspeisung muss zwingend über einen freien Auslauf (Kategorie Typ AA oder AB nach DIN EN 1717) erfolgen.

In der Zisterne sollte eine schwimmende Entnahmeleitung mit Vorfilter montiert werden, die das Wasser typischerweise etwa 10 bis 15 cm unter der Wasseroberfläche ansaugt, um weder Schwimmschichten noch Bodensatz aufzuwirbeln.

Häufige Fragen

Welche Norm regelt die Trinkwassertrennung bei Regenwassernutzung?

Die Trennung wird durch DIN EN 1717 und DIN 1988 verbindlich über einen freien Auslauf geregelt.

Was passiert, wenn die Zisterne im Sommer leer ist?

Die Anlage speist automatisch nur so viel Trinkwasser in den Zwischenbehälter ein, wie die Verbraucher aktuell abrufen.

Warum wird eine schwimmende Entnahme empfohlen?

Sie saugt im saubersten Bereich des Speichers an, typischerweise einige Zentimeter unter der Wasseroberfläche.

Muss die Anlage beim Wasserversorger gemeldet werden?

Ja, nach den kommunalen Entwässerungssatzungen und der Trinkwasserverordnung besteht eine Anzeigepflicht.

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