Brauchwasserwärmepumpen

Eine Brauchwasserwärmepumpe erwärmt das Trinkwasser im Haushalt hocheffizient mithilfe von Umwelt- oder Raumabwärme. Sie arbeitet unabhängig vom Heizsystem und wird häufig mit warmer Kellerluft betrieben. Dies erlaubt es, die Hauptheizung außerhalb der Heizperiode vollständig abzuschalten und entfeuchtet gleichzeitig den Aufstellraum.

Was ist das / Wie funktioniert es

Eine Brauchwasserwärmepumpe (auch Warmwasser-Wärmepumpe genannt) dient ausschließlich der Bereitstellung von warmem Trinkwasser für Bad, Dusche und Küche. Das Gerät besteht aus einer kompakten Luft-Wasser-Wärmepumpe, die direkt auf einem wärmegedämmten Warmwasserspeicher montiert ist. Typische Speichergrößen für Ein- und Zweifamilienhäuser liegen zwischen 200 und 300 Litern.

Die Wärmeaufnahme erfolgt über verschiedene Betriebsarten:

  1. Umluftbetrieb: Die Wärmepumpe saugt die Luft direkt aus dem Aufstellraum (z. B. Keller- oder Hauswirtschaftsraum) an, entzieht ihr über den Verdampfer thermische Energie und bläst die abgekühlte Luft wieder in den Raum zurück. Als Nebeneffekt wird der Raum gekühlt und entfeuchtet.
  2. Abluftbetrieb: Das Gerät saugt verbrauchte, warme Luft über Rohrkanäle aus Feuchträumen wie Bad oder Küche ab und leitet die abgekühlte Fortluft ins Freie. Dies unterstützt die Wohnraumlüftung und verhindert Schimmelbildung.
  3. Außenluftbetrieb: Über wärmegedämmte Wanddurchführungen wird Außenluft angesaugt und wieder nach draußen geleitet. Dies vermeidet ein Auskühlen des Kellers, erfordert im Winter bei tiefen Minusgraden jedoch mehr Strom oder die Unterstützung durch einen integrierten Elektroheizstab.

Zusätzlich verfügen viele Modelle über einen integrierten Glattrohr-Wärmetauscher, über den ein bestehender Heizkessel oder eine Solarthermieanlage als zweiter Wärmeerzeuger eingebunden werden kann.

Wann ist es sinnvoll

Der Einsatz einer Brauchwasserwärmepumpe empfiehlt sich in zahlreichen Modernisierungs- und Bestandssituationen:

  • Sommerabschaltung für Bestandsheizungen: Bei fossilen Heizkesseln (Öl oder Gas) ist die sommerliche Warmwasserbereitung ineffizient, da große Kesselmassen und Rohrleitungen für geringe Warmwassermengen aufgeheizt werden müssen (Bereitschaftsverluste). Mit einer Brauchwasserwärmepumpe bleibt die Zentralheizung monatelang komplett ausgeschaltet.
  • Kombination mit Photovoltaik: Warmwasser-Wärmepumpen bieten durch standardisierte Schnittstellen (SG Ready) eine sehr gute Möglichkeit, überschüssigen Solarstrom tagsüber in Form von thermischer Energie im Speicher zu puffern.
  • Feuchte oder warme Kellerräume: Stehen im Keller Abwärmequellen wie Wechselrichter, Gefriertruhen, Waschmaschinen oder ein alter Kessel, nutzt die Wärmepumpe diese Verlustwärme direkt zur Warmwasserbereitung und trocknet feuchtes Kellermauerwerk.
  • Vorbereitung auf spätere Heizungssanierung: Wer den Umstieg auf eine Heizungs-Wärmepumpe plant, kann die Warmwasserbereitung vorab auslagern. Dadurch kann die spätere Heizungs-Wärmepumpe kleiner dimensioniert und rein für die Gebäudebeheizung optimiert werden.

Worauf achten

Für einen störungsfreien und wirtschaftlichen Betrieb sind folgende Rahmenbedingungen wesentlich:

  • Mindestraumvolumen: Im reinen Umluftbetrieb benötigt die Wärmepumpe ein ausreichendes Luftvolumen. Bei geschlossenen Räumen werden typischerweise mindestens 13 bis 20 m³ Raumvolumen vorausgesetzt, da sich die Luft sonst zu stark abkühlt und die Leistungszahl absinkt.
  • Leistungszahl (COP nach EN 16147): Der Wirkungsgrad einer Warmwasser-Wärmepumpe wird als COP angegeben. Bei einer Zulufttemperatur von etwa 15 °C bis 20 °C erreichen moderne Geräte typischerweise Arbeitszahlen von 2,8 bis über 3,5 – aus einer Kilowattstunde Strom entstehen so rund drei Kilowattstunden Warmwasser.
  • Kondensatabführung: Durch die Abkühlung der Raumluft kondensiert Feuchtigkeit am Verdampfer. Für das anfallende Kondensat ist ein freier Abwasseranschluss oder eine kleine Kondensatpumpe erforderlich.
  • Schallentkopplung: Der integrierte Rollkolben- oder Rollenkompressor erzeugt Betriebsgeräusche. Das Gerät sollte schallentkoppelt aufgestellt werden und nicht unmittelbar an Wänden zu schutzbedürftigen Wohn- oder Schlafräumen stehen.
  • Behälterschutz: Emaillierte Stahlspeicher erfordern eine regelmäßige Überprüfung der Opferanode (Magnesiumanode) oder den Einbau einer wartungsfreien Fremdstromanode.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine Brauchwasserwärmepumpe im Jahr?

Ein typischer Vier-Personen-Haushalt benötigt für die Warmwasserbereitung etwa 2.500 bis 3.500 kWh thermische Energie pro Jahr. Mit einer Brauchwasserwärmepumpe und einer praxisnahen Leistungszahl von etwa 3 sinkt der dafür nötige Strombedarf typischerweise auf etwa 800 bis 1.200 kWh elektrische Energie im Jahr.

Kann eine Brauchwasserwärmepumpe den Keller entfeuchten?

Ja, im Umluftbetrieb entzieht die Wärmepumpe der Raumluft Wärme. Da kältere Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann, kondensiert das enthaltene Wasser am Verdampfer und wird über einen Schlauch abgeleitet. Dadurch sinkt die relative Luftfeuchtigkeit im Keller spürbar.

Lässt sich die Brauchwasserwärmepumpe mit Solarstrom steuern?

Ja, die meisten modernen Warmwasser-Wärmepumpen verfügen über einen sogenannten SG-Ready-Kontakt oder Steuereingang. Meldet der PV-Wechselrichter einen Stromüberschuss, hebt die Wärmepumpe die Solltemperatur im Warmwasserspeicher automatisch an, um überschüssige Sonnenenergie thermisch zu speichern.

Was passiert im Winter bei sehr kalten Raum- oder Außenlufttemperaturen?

Sinkt die Temperatur der angesaugten Luft unter die herstellerspezifische Einsatzgrenze (meist zwischen -5 °C und +5 °C), schaltet das Gerät automatisch auf den integrierten elektrischen Heizstab um oder aktiviert über den Zusatzwärmetauscher die Zentralheizung, um die Warmwasserversorgung zu garantieren.

Muss die Brauchwasserwärmepumpe auf 60 Grad heizen?

Zur Legionellenprophylaxe wird im DVGW-Arbeitsblatt W 551 empfohlen, das Warmwasser regelmäßig auf mindestens 60 °C zu erwärmen. Viele Wärmepumpen erreichen 55 °C rein über den Kältekreislauf und nutzen für das turnusmäßige Aufheizen auf 60 °C bis 65 °C für kurze Zeit den elektrischen Heizstab.

Wie groß sollte der Speicher einer Warmwasser-Wärmepumpe sein?

Für ein typisches Einfamilienhaus mit 3 bis 5 Personen werden meist Speichergrößen zwischen 200 und 300 Litern gewählt. Da Wärmepumpen das Wasser langsamer nachheizen als leistungsstarke Gaskessel, stellt ein ausreichend dimensioniertes Speichervolumen den Duschkomfort auch bei höherem Spitzenbedarf sicher.

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