Durchlauferhitzer

Ein Durchlauferhitzer erwärmt Trinkwasser erst im Augenblick des Durchfließens direkt an der Zapfstelle. Da kein warmes Wasser in einem Behälter vorgehalten wird, entstehen keine Bereitschafts- und Zirkulationswärmeverluste. Moderne elektronische Geräte regeln die Wunschtemperatur gradgenau und bieten hohen Warmwasserkomfort.

Was ist das / Wie funktioniert es

Ein Durchlauferhitzer ist ein kompaktes Wandgerät zur dezentralen Warmwasserbereitung nach dem Durchflussprinzip. Sobald ein Wasserhahn geöffnet wird, registriert ein interner Strömungssensor das fließende Wasser und aktiviert Heizelemente, die das durchströmende Wasser in Sekundenschnelle auf die gewünschte Temperatur erhitzen. Nach dem Schließen der Armatur schaltet die Heizung sofort wieder ab.

Man unterscheidet primär nach Steuerungsart und Leistungsklasse:

  1. Hydraulisch gesteuerte Durchlauferhitzer: Ältere Bauart, bei der ein Differenzdruckschalter die Heizleistung in zwei oder drei festen Stufen schaltet. Bei wechselndem Wasserdruck oder beim gleichzeitigen Öffnen einer zweiten Zapfstelle kann die Wassertemperatur merklich schwanken.
  2. Elektronische Durchlauferhitzer: Mikroprozessorgesteuerte Geräte passen die elektrische Heizleistung stufenlos an den Wasserdurchfluss und die Einlauftemperatur an. Sie halten die gewählte Temperatur stabil und sparen gegenüber hydraulischen Geräten typischerweise etwa 20 Prozent Energie und Wasser ein.
  3. Vollelektronische Komfortgeräte: Diese Spitzenklasse steuert nicht nur die Leistung, sondern regelt bei maximaler Auslastung auch ein Motorventil zur Durchflussbegrenzung. So wird die Wunschtemperatur selbst bei eiskaltem Winterwasser gradgenau gehalten.
  4. Kleindurchlauferhitzer (3,5 bis 6,5 kW): Kompaktgeräte für einzelne Handwaschbecken (z. B. im Gäste-WC). Kleinere Modelle mit 3,5 kW können über eine normale 230-V-Schutzkontakt-Steckdose betrieben werden.
  5. Komfortdurchlauferhitzer (18 bis 27 kW): Leistungsstarke Geräte für Badewanne, Dusche oder Küchenspüle, die zwingend einen dreiphasigen 400-V-Drehstromanschluss (Starkstrom) erfordern.

In modernen Geräten arbeiten überwiegend Blankdraht-Heizsysteme: Die Heizdrähte liegen direkt im Wasserstrom, was eine sehr kurze Aufheizzeit ermöglicht und Ablagerungen von Kalk weitgehend verhindert.

Wann ist es sinnvoll

Durchlauferhitzer sind überall dort sinnvoll, wo Warmwasser dezentral, bedarfsgerecht und ohne Vorhalteverluste bereitgestellt werden soll:

  • Lange Leitungswege: Liegen Badezimmer oder Küche weit vom Heizungskeller entfernt, entstehen bei einer zentralen Versorgung hohe Auskühlverluste im Rohrsystem, und das Wasser läuft lange kalt aus der Leitung. Ein Durchlauferhitzer liefert sofort warmes Wasser.
  • Selten genutzte Entnahmestellen: In Gäste-WCs, Werkstätten, Hobbyräumen oder Ferienwohnungen wäre die Warmhalteenergie eines Speichers reine Verschwendung. Hier punktet der Durchlauferhitzer mit null Standby-Verbrauch.
  • Mehrfamilienhäuser und Mietobjekte: Jeder Nutzer bezieht sein Warmwasser über den eigenen Stromzähler, was Zwischenzähler und aufwendige Heizkostenabrechnungen erübrigt.
  • Trinkwasserhygiene (Legionellenschutz): Da kein stehendes Großvolumen vorgehalten wird und das Leitungsvolumen zwischen Gerät und Entnahmestelle gering ist, besteht bei Durchlauferhitzern kein Risiko für gefährliche Legionellenvermehrung.

Worauf achten

Vor der Anschaffung und Installation sind technische und bauliche Voraussetzungen zu prüfen:

  • Elektrische Anschlussleistung: Für ein Duschbad sind mindestens 18 kW, besser 21 oder 24 kW erforderlich. Dies bedingt einen 400-V-Starkstromanschluss mit eigenem Leitungsstrang (typischerweise 4 bis 6 mm² Querschnitt) und eigener Absicherung im Sicherungskasten.
  • Zustimmung des Netzbetreibers: Geräte ab 12 kW müssen beim zuständigen Verteilnetzbetreiber angemeldet werden; für Leistungen über 20 kW ist in der Regel eine vorherige Genehmigung erforderlich.
  • Schüttleistung beachten: Die Warmwassermenge pro Minute ist von der Anschlussleistung abhängig. Ein 21-kW-Gerät erwärmt bei einer Temperaturdifferenz von 25 Kelvin typischerweise rund 11 bis 12 Liter Wasser pro Minute. Für ausgiebige Komfort- oder Regenduschen empfiehlt sich ein Gerät mit 24 oder 27 kW.
  • Solartauglichkeit: Soll der Durchlauferhitzer vorerwärmtes Wasser aus einer Solarthermieanlage oder Wärmepumpe nachheizen, muss er ausdrücklich als solartauglich gekennzeichnet sein (Zulauftemperaturen bis zu 60 °C).

Häufige Fragen

Wie viel Kilowatt Leistung braucht ein Durchlauferhitzer zum Duschen?

Für ein komfortables Duscherlebnis sind mindestens 18 kW, im Regelfall 21 bis 24 kW erforderlich. Ein 21-kW-Gerät liefert typischerweise rund 11 bis 12 Liter warmes Duschwasser pro Minute (bei ca. 38 °C bis 40 °C). Kleinere Geräte unter 11 kW eignen sich lediglich für Handwaschbecken oder Küchenspülen.

Was ist der Vorteil eines elektronischen gegenüber einem hydraulischen Durchlauferhitzer?

Elektronische Durchlauferhitzer messen Einlauftemperatur sowie Durchflussmenge und steuern die Heizleistung stufenlos nach. Dadurch bleibt die Auslauftemperatur gradgenau konstant, selbst wenn sich der Wasserdruck ändert. Sie verbrauchen durch den Verzicht auf das Beimischen von Kaltwasser spürbar weniger Energie und Wasser.

Kann ein Durchlauferhitzer an eine normale 230-V-Steckdose angeschlossen werden?

Nur kompakte Kleindurchlauferhitzer bis zu einer Leistung von 3,5 kW können an eine gewöhnliche 230-V-Haushaltssteckdose angeschlossen werden. Diese eignen sich ausschließlich für das Händewaschen. Alle leistungsstärkeren Geräte für Dusche oder Wanne erfordern einen 400-V-Drehstromanschluss.

Warum verkalken Durchlauferhitzer seltener als Warmwasserspeicher?

Moderne Durchlauferhitzer nutzen meist Blankdraht-Heizleiter, die direkt vom kalten Wasser umspült werden. Durch die Schwingungen des Drahtes und das abrupte Abkühlen nach dem Schließen des Hahns platzen eventuelle Kalkpartikel sofort ab und werden mit dem Wasser ausgespült.

Wie schützt ein Durchlauferhitzer vor Legionellen?

Legionellen vermehren sich vor allem in stehendem, lauwarmem Wasser zwischen 25 °C und 45 °C. Ein Durchlauferhitzer speichert kein Wasser, sondern erhitzt es erst unmittelbar bei der Entnahme im Durchfluss. Das Wasser steht nicht im Gerät, sodass keine Vermehrungsgrundlage für Bakterien existiert.

Kann ein Durchlauferhitzer mit einer Solaranlage kombiniert werden?

Ja, sofern das Gerät als solartauglich gekennzeichnet ist. Es kann bereits von einer Solarthermieanlage oder Wärmepumpe vorerwärmtes Wasser aufnehmen und heizt nur die noch fehlende Temperaturdifferenz zur Wunschtemperatur elektrisch nach.

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