Was ist das / Wie funktioniert es
Chemische Wasserbehandlungsmittel (Konditionierungsmittel) sind speziell formulierte Flüssigkonzentrate für geschlossene Heiz-, Kühl- und Solarsysteme. Sie umfassen Korrosionsinhibitoren (die Schutzschichten auf Metalloberflächen aufbauen), Dispergiermittel (die Schlamm- und Kalkpartikel in der Schwebe halten), Härtestabilisatoren und Biozide für Niedertemperatur-Flächenheizungen.
Im Solar- und Erdsondenbereich kommen Mischungen auf Basis von Propylenglykol zum Einsatz, die Frostschutz bis typischerweise etwa -20 bis -30 °C bieten und Korrosionsschutzadditive enthalten.
Wann ist es sinnvoll
Gezielt sinnvoll bei Bestandsanlagen mit Sauerstoffeintrag (z. B. nicht diffusionsdichte alte Fußbodenrohre), in bivalenten Anlagen mit unterschiedlichen Metallen oder als Frostschutz in Wärmepumpen-Monoblock-Systemen.
In der Abgrenzung zur reinen Vollentsalzung gemäß VDI 2035 Blatt 2 sollte der Chemikalieneinsatz primär auf Problemfälle beschränkt werden: VDI 2035 empfiehlt heute als Basis eine salzarme Fahrweise ohne unnötige Chemie. Werden Inhibitoren eingesetzt, muss deren Konzentration regelmäßig überprüft werden, da Unterdosierungen die Korrosion punktuell verstärken können.
Worauf achten
Bei Aluminiumbauteilen im Wärmetauscher muss der pH-Wert streng im Bereich von typischerweise 8,2 bis 9,0 gehalten werden; zu hohe pH-Werte lösen Aluminium chemisch auf.
Mittel verschiedener Hersteller dürfen keinesfalls unkontrolliert gemischt werden, da chemische Reaktionen zu Ausflockungen und Schlammbildung führen können.
Häufige Fragen
Wann empfiehlt die VDI 2035 chemische Inhibitoren?
Vorrangig bei Altanlagen mit fortlaufendem Sauerstoffeintrag oder wenn salzarmes Wasser allein keinen ausreichenden Schutz bietet.
Welcher pH-Wert gilt für Aluminium-Wärmetauscher?
Nach VDI 2035 muss der pH-Wert bei Aluminiumwerkstoffen typischerweise strikt zwischen 8,2 und 9,0 liegen.
Kann man Frostschutzmittel dauerhaft im Heizkreis belassen?
Ja, spezielle Heizungs-Frostschutzmittel mit Inhibitoren sind für den langjährigen Dauerbetrieb ausgelegt.
Wie wird die Wirkstoffkonzentration gemessen?
Über chemische Test-Kits, Titration oder Leitfähigkeits- und Refraktometermessungen.