Was ist das / Wie funktioniert es
Unter der mechanischen PV-Montage versteht man die Errichtung der tragenden Unterkonstruktion auf der Gebäudehülle.
Montagearten je nach Dachtyp:
- Schrägdach mit Ziegeln (Aufdach-Montage): Dachziegel werden punktuell hochgeschoben, und massive Edelstahl-Dachhaken werden mit Holzbauschrauben direkt auf den Dachsparren verschraubt. Auf den Haken werden Aluminium-Profilschienen montiert, auf denen die Module mit Mittel- und Endklemmen fixiert werden.
- Flachdach (Ballastierte Montage): Auf Flachdächern werden aerodynamische Gestelle mit typischerweise etwa 10 bis 15 Grad Aufständerung aufgestellt und mit Betonsteinen beschwert (ballastiert), ohne die Dachhaut zu durchdringen.
- Blech- und Trapezdächer: Auf Blechfalzen oder Trapezsicken werden Kurzschienen direkt mit Dichtschrauben auf die Hochsicken genietet oder geschraubt.
Wann ist es sinnvoll
Eine fachgerechte Montage schützt Dach und Solarmodule über Jahrzehnte:
- Abgrenzung zu provisorischen Halterungen: PV-Module bieten Windböen und Schneelasten erhebliche Angriffsflächen. Nur geprüfte Systemgestelle nach DIN EN 1991 (Eurocode 1) garantieren Sturmsicherheit.
- Dauerhafte Dachdichtigkeit: Unsachgemäß geflext Ziegel führen zu Ziegelbruch und unbemerkten Wasserschäden im Dachstuhl. Fachgerechte Haken verhindern den Druck auf den Ziegel.
- Hinterlüftung der Module: Der Montageabstand von typischerweise etwa 8 bis 12 Zentimetern zum Dach sorgt für Kühlung durch Kaminwirkung, was den Modulwirkungsgrad im Sommer hochhält.
Worauf achten
Bei der Dachmontage sind handwerkliche und statische Regeln zu beachten:
- Wind- und Schneelastzonen: Die Anzahl der Dachhaken richtet sich nach der geografischen Wind- und Schneelastzone des Gebäudes; an Dachrändern und Firsten müssen mehr Haken gesetzt werden.
- Keine Berührung der Ziegel: Der Dachhaken muss typischerweise mindestens etwa 5 Millimeter Abstand zum darunterliegenden Dachziegel aufweisen, damit die Ziegel bei Schneelast nicht zerspringen.
- Modulklemmen-Drehmoment: Klemmschrauben müssen mit dem vom Modulhersteller vorgegebenen Drehmoment (typischerweise etwa 8 bis 10 Nm) angezogen werden, um Spannungsrisse im Glas zu vermeiden.
Häufige Fragen
Wird bei der PV-Montage das Dach beschädigt?
Nein, bei fachgerechter Montage werden Dachhaken auf den Sparren verschraubt und Ziegel sauber ausgeflext oder durch Metallziegel ersetzt, sodass das Dach dauerhaft regendicht bleibt.
Wie werden PV-Module auf einem Flachdach befestigt?
Meist durch aerodynamische Aufständerung mit Windleitblechen, die lediglich mit Gewichten (z. B. Gehwegplatten) beschwert werden. Die Dachabdichtung wird dabei nicht durchbohrt.
Wie viel wiegt eine PV-Anlage auf dem Dach?
Das Flächengewicht inklusive Modulen und Unterkonstruktion liegt typischerweise bei nur etwa 12 bis 16 kg/m², was die meisten Standard-Dachstühle statisch mühelos tragen können.
Warum ist die Hinterlüftung der Module wichtig?
Solarzellen verlieren bei Erwärmung an elektrischer Leistung. Durch den Abstand zwischen Dach und Modul strömt kühle Luft nach oben und kühlt die Module ab, was den Stromertrag steigert.