Was ist das / Wie funktioniert es
Die elektrische Installation einer Photovoltaikanlage verbindet die Gleichstromerzeugung auf dem Dach (DC-Seite) mit dem Wechselstromnetz des Gebäudes und des Energieversorgers (AC-Seite).
Wesentliche Installationsschritte:
- DC-Verkabelung: Verlegung wetterfester, doppelt isolierter Solarkabel (typischerweise etwa 4 bis 6 mm² Querschnitt) vom Dach zum Wechselrichter. Einbau von DC-Freischaltern und Überspannungsschutzableitern (SPD Typ 1+2).
- AC-Anbindung: Anschluss des Wechselrichters an die Hauptverteilung (Zählerschrank) über separate Leitungsschutzschalter und Fehlerstrom-Schutzschalter.
- Smart Meter & Energiemanager: Einbau eines intelligenten Zweirichtungs-Stromzählers direkt hinter dem Hauptzähler zur sekundenschnellen Messung von Netzbezug und Einspeisung.
- Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz): Konfiguration der Schnittstelle nach VDE-AR-N 4105 zur automatischen Abschaltung bei Netzstörungen.
Wann ist es sinnvoll
Eine professionelle Elektroinstallation ist gesetzlich und technisch unverzichtbar:
- Abgrenzung zur reinen Dachmontage: Während das Setzen von Dachhaken und Modulen mechanische Handwerksarbeit ist, erfordert die elektrische Einbindung in den Zählerschrank zwingend einen beim Netzbetreiber eingetragenen Elektromeister.
- Voraussetzung für Netzeinspeisung: Der Netzbetreiber verlangt das Inbetriebsetzungsprotokoll E.8 eines konzessionierten Elektroinstallateurs für die Freigabe des Zählers.
- Sicherheit: Schützt das Gebäude vor Kabelbränden durch Gleichstromlichtbögen und verhindert lebensgefährliche Überspannungen.
Worauf achten
Bei der Elektroinstallation sind strenge Normen einzuhalten:
- Zustand des Zählerschranks: Ältere Zählerschränke ohne Freifeld oder ohne Überspannungsschutz nach DIN VDE (Teil 443 und 534) erfordern vor der PV-Inbetriebnahme eine Modernisierung.
- Potentialausgleich des Montagegestells: Das metallische Montagegestell auf dem Dach muss mit einer Kupferleitung (typischerweise etwa 16 mm²) in den Hauptpotentialausgleich des Hauses eingebunden werden.
- Kabelverlegung: DC-Kabel dürfen nicht lose auf Ziegeln liegen, sondern müssen in Schutzrohren UV- und scheuerfest verlegt werden.
Häufige Fragen
Darf man die PV-Verkabelung im Haus selbst durchführen?
Kabelwege vorbereiten und Rohre verlegen ist in Eigenleistung möglich. Das Anschließen an den Wechselrichter und den Zählerschrank darf jedoch nur ein eingetragener Elektrofachbetrieb durchführen.
Was ist ein Smart Meter bei der PV-Installation?
Ein digitaler Energiezähler, der in Echtzeit misst, wie viel Strom das Haus verbraucht und wie viel Solarstrom übrig ist, um Speicher und Wallbox gezielt anzusteuern.
Muss der Zählerschrank bei einer neuen PV-Anlage erneuert werden?
Entspricht der alte Zählerschrank nicht den aktuellen TAB (Technischen Anschlussbedingungen) des Netzbetreibers, muss er aufgerüstet oder durch einen neuen Schrank ersetzt werden.
Was regelt die Norm VDE-AR-N 4105?
Sie legt die technischen Anforderungen für den Anschluss und Betrieb von Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz fest, inklusive automatischer Sicherheitsabschaltung bei Netzausfall.