Kupfer Lötfittings Rohrsysteme

Kupfer-Kapillarlötfittings verbinden Kupferrohre durch Weich- oder Hartlöten dauerhaft stoffschlüssig, formstabil und hochtemperaturbeständig.

Was ist das / Wie funktioniert es

Kupfer-Lötfittings sind passgenaue Formstücke (Muffen, Bögen, T-Stücke) aus sauerstofffreiem Kupfer (Cu-DHP) oder Rotguss nach DIN EN 1254-1. Zwischen dem eingesteckten Kupferrohr und dem Fitting bildet sich ein exakter Kapillarspalt von typischerweise etwa 0,1 bis 0,2 mm.

Wird die Verbindungsstelle mit einem Propangas- oder Acetylenbrenner erwärmt und Lotdraht zugeführt, saugt der physikalische Kapillareffekt das verflüssigte Lot selbsttätig und lückenlos in den Spalt. Man unterscheidet Weichlöten (Schmelzbereich typischerweise unter 450 °C) und Hartlöten (Schmelzbereich typischerweise über 600 bis 700 °C).

Wann ist es sinnvoll

Bewährte Verbindungstechnik für Heizungsanlagen, Trinkwasserinstallationen und Hochtemperaturnetze wie Solarthermie.

In der Abgrenzung zu Pressfittings bauen Lötfittings sehr kompakt und schlank auf und weisen keine alternden Gummiringe auf. Weichlotverbindungen sind hochgradig korrosionsfest; Hartlotverbindungen widerstehen sehr hohen Temperaturen und Betriebsdrücken. Gegenüber Pressverbindungen erfordert das Löten jedoch Fachpraxis und strenge Brandschutzvorkehrungen bei offener Flamme.

Worauf achten

Nach DVGW-Arbeitsblatt GW 2 dürfen Trinkwasserleitungen aus Kupfer mit Abmessungen bis typischerweise einschließlich etwa 28 mm nur weichgelötet werden, um Gefügeveränderungen des Werkstoffs zu verhindern.

Das Rohrende muss vor dem Löten metallisch blank gereinigt (z. B. mit metallfreiem Schleifvlies) und dünn mit flussmittelhaltiger Lötpaste bestrichen werden. Nach dem Erkalten müssen Flussmittelreste außen sorgfältig abgewischt und die Leitung nach DIN 1988 gründlich gespült werden, um Lochfraß zu unterbinden.

Häufige Fragen

Darf in der Trinkwasserinstallation hartgelötet werden?

Bei Kupferrohren bis einschließlich DN 25 ist nach DVGW nur Weichlöten zugelassen, um Korrosion zu vermeiden.

Warum wird Solarthermie hartgelötet?

Da bei Kollektorstillstand Temperaturen von typischerweise über 130 bis 150 °C auftreten, ist Hartlot temperaturfester.

Welches Flussmittel wird beim Weichlöten verwendet?

Verwendet werden DVGW-geprüfte Weichlötpasten nach DIN EN ISO 9453.

Warum müssen Flussmittelreste abgespült werden?

Verbleibende Säurereste des Flussmittels greifen das Kupfer an und können langfristig zu Korrosionsschäden führen.

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