Holzvergaser Holz-Heizung

Holzvergaserkessel verbrennen Scheitholz durch zweistufige Verbrennung mit Gebläseunterstützung hochgradig schadstoffarm und effizient als Zentralheizung.

Was ist das / Wie funktioniert es

Ein Holzvergaserkessel nutzt das Prinzip des umgekehrten Unterbrandes. Das in den Füllschacht eingelegte Stückholz wird im oberen Bereich getrocknet und verschwelt; dabei entsteht brennbares Holzgas.

Ein Saugzuggebläse zieht das Holzgas nach unten durch eine hochhitzebeständige Brennkameradüse aus Siliziumkarbid in die untere Brennkammer. Dort wird vorgewärmte Sekundärluft eingeblasen, und das Gasgemisch verbrennt bei Temperaturen von typischerweise etwa 1000 bis 1200 °C vollständig. Eine elektronische Lambda-Regelung passt die Verbrennungsluft kontinuierlich an und erzielt Wirkungsgrade von typischerweise über etwa 90 Prozent.

Wann ist es sinnvoll

Gut geeignet für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie landwirtschaftliche Betriebe mit eigenem Waldzugang oder günstigem Scheitholzzugang, die vollkommen erneuerbar heizen wollen.

In der Abgrenzung zu herkömmlichen Kaminöfen oder Heizeinsätzen dient der Holzvergaser als vollautomatische Zentralheizung für das gesamte Gebäude. Gegenüber Pelletkesseln ist der manuelle Beschickungsaufwand höher (typischerweise ein bis zwei Füllungen am Tag bei Kälte), dafür ist Stückholz als Brennstoff im Einkauf meist günstiger als Pellets.

Worauf achten

Ein ausreichend großer Pufferspeicher ist technisch und förderrechtlich zwingend vorgeschrieben; als Faustregel gelten typischerweise mindestens etwa 55 bis 100 Liter Speichervolumen pro Kilowatt Kesselnennleistung.

Eine funktionierende Rücklaufanhebung (typischerweise auf mindestens etwa 60 °C) ist Pflicht, um Kesselkorrosion durch Kondensatbildung im Füllraum zu verhindern. Zudem muss eine thermische Ablaufsicherung (TAS) an das Trinkwassernetz angeschlossen werden. Gesetzliche Grenzwerte regelt die 1. BImSchV (Stand: September 2026).

Häufige Fragen

Warum ist ein Pufferspeicher beim Holzvergaser unverzichtbar?

Da Scheitholz nicht beliebig moduliert abgeschaltet werden kann, nimmt der Puffer die volle Verbrennungswärme auf und gibt sie bedarfsgerecht ab.

Welche Scheitholzlängen können eingelegt werden?

Standard-Vergaserkessel fassen Scheitholzlängen von typischerweise rund 50 cm (Halbmeter-Scheite).

Welche Aufgabe hat die Lambdasonde?

Sie misst den Restsauerstoff im Abgas und steuert Stellmotoren für Primär- und Sekundärluft für vollständige Verbrennung.

Wie schützt die thermische Ablaufsicherung den Kessel?

Bei Stromausfall kühlt sie den Kessel bei typischerweise rund 95 °C mit Trinkwasser, um Überkochen zu verhindern.

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