Heizrohr Fußbodenheizung

Heizrohre transportieren das erwärmte Heizungswasser durch den Fußbodenaufbau und geben die Wärme flächig und gleichmäßig über den Estrich an den Raum ab.

Was ist das / Wie funktioniert es

Heizungsrohre für Flächenheizungen sind flexible Kunststoff- oder Mehrschichtverbundrohre mit Durchmessern von typischerweise etwa 14 bis 17 mm (Außendurchmesser). Sie werden in schnecken- oder mäanderförmigen Mustern auf dem Dämmuntergrund verlegt.

Die heute eingesetzten Rohre bestehen vorwiegend aus vernetztem Polyethylen (PE-Xa, PE-Xb), wärmebeständigem Polyethylen (PE-RT) oder Aluminium-Mehrschichtverbundrohren (PE-RT/Alu/PE-RT). Nach DIN 4726 (Sauerstoffdichtheit) müssen alle Kunststoffrohre für Heizzwecke über eine wirksame Sauerstoffsperrschicht (meist aus Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer, EVOH) verfügen, um den Eintrag von Luftsauerstoff in das Heizwasser zu minimieren und Korrosion metallischer Komponenten zu unterbinden.

Wann ist es sinnvoll

Das Heizrohr ist die wasserführende Kernkomponente jeder hydraulischen Fußboden- und Wandheizung.

In der Materialabgrenzung zeichnet sich PE-RT durch gute Biegsamkeit bei Raumtemperatur und wirtschaftliche Materialkosten aus. PE-Xa-Rohre bieten durch ihre peroxidische Vernetzung eine besonders hohe thermische und mechanische Belastbarkeit sowie eine thermische Rückstellfähigkeit bei versehentlichem Abknicken. Aluminium-Mehrschichtverbundrohre wiederum sind durch die integrierte Aluminiumschicht vollständig diffusionsdicht und formstabil, federn beim Biegen nicht zurück und erleichtern dadurch die Verlegung bei engen Biegeradien und Trockenbausystemen.

Worauf achten

Die maximale Länge eines einzelnen Heizkreises sollte typischerweise etwa 80 bis 100 Meter nicht überschreiten, da sonst die internen Druckverluste stark ansteigen und die Umwälzpumpe überlastet werden könnte.

Die herstellerspezifischen Mindestbiegeradien (typischerweise etwa das Fünffache des Rohraußendurchmessers) dürfen nicht unterschritten werden, um Querschnittsverengungen zu vermeiden. Vor dem Einbringen des Nassestrichs ist zwingend eine Druckprüfung mit Wasser nach DIN EN 1264-4 durchzuführen, und das Rohr muss während der Estricheinbringung unter Prüfdruck (typischerweise etwa 4 bis 6 bar) stehen.

Häufige Fragen

Warum ist die Sauerstoffdichtheit nach DIN 4726 so wichtig?

Sauerstoff im Heizungswasser begünstigt Korrosionsprozesse an unlegierten Stahlbauteilen wie Kesselkörpern und Schlammbildung im System.

Welcher Rohrdurchmesser wird am häufigsten verwendet?

Im Standard-Nassestrich werden typischerweise Rohre mit Dimensionen von rund 16 x 2,0 mm oder 17 x 2,0 mm eingesetzt.

Was tun, wenn ein PE-Xa-Rohr beim Verlegen geknickt wird?

PE-Xa verfügt über einen Memory-Effekt und kann mit einem Heißluftgebläse vorsichtig erwärmt werden, bis das Material transparent wird und seine ursprüngliche Form wieder annimmt.

Wie lang darf ein einzelner Heizkreis maximal sein?

Empfohlen wird typischerweise eine Begrenzung auf etwa 80 bis maximal rund 100 bis 120 Meter je Kreis, um übermäßige Druckverluste zu vermeiden.

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