Was ist das / Wie funktioniert es
Diese Bauart erweitert die klassische Brauchwasserwärmepumpe um einen internen Glattrohr-Wärmetauscher (Rohrschlange aus Stahl oder Edelstahl) im unteren Speicherbereich.
Funktionsprinzip des bivalenten Systems:
- Priorität Wärmepumpe: In den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten erwärmt das integrierte Wärmepumpenaggregat das Wasser effizient über Umwelt- oder Kellerluft.
- Zuschaltung zweiter Erzeuger: An sehr kalten Wintertagen oder bei hohem Warmwasserbedarf schaltet die Regelung den zweiten Erzeuger (z. B. Gas- oder Holzkessel) über den Wärmetauscher zu.
- Solareinbindung: Alternativ kann eine Solarthermieanlage angeschlossen werden, die das Wasser bei Sonnenschein kostenlos vorwärmt, sodass die Wärmepumpe ruht.
Wann ist es sinnvoll
Der Zusatzwärmetauscher bietet maximale Zukunftssicherheit:
- Abgrenzung zu Geräten ohne Wärmetauscher: Reine Wärmepumpenspeicher können ausschließlich elektrisch (über Kompressor oder Heizstab) erwärmt werden. Mit Wärmetauscher bleibt die Anlage flexibel an jede Zentralheizung anbindbar.
- Entlastung an Frosttagen: Sinkt die Außenlufttemperatur im tiefsten Winter auf unter typischerweise etwa -10 °C, kann der Kessel die Warmwasserbereitung übernehmen, was die Wärmepumpe schont.
- Holz- und Pelletbetreiber: Überschüssige Wärme aus einem Scheitholzkessel kann direkt in den Warmwasserspeicher geschickt werden.
Worauf achten
Bei der hydraulischen Einbindung sind Schnittstellen zu beachten:
- Tauscherfläche und Vorlauftemperatur: Die Fläche des Glattrohrtauschers (typischerweise etwa 1,0 bis 1,5 m²) muss zur Vorlauftemperatur des Kessels passen.
- Fühlerplatzierung: Der Temperaturfühler der externen Heizkreisregelung muss in die dafür vorgesehene Tauchhülse des Speichers eingeschoben werden.
- Hydraulische Trennung: Bei Einbindung einer Solarthermieanlage muss der Solarkreis mit frostsicherer Solarflüssigkeit betrieben werden.
Häufige Fragen
Wozu dient der zusätzliche Wärmetauscher in der Wärmepumpe?
Er ermöglicht den Anschluss einer zweiten Heizquelle – etwa eines bestehenden Heizkessels, einer Solarthermieanlage oder eines wasserführenden Kaminofens.
Kann die Wärmepumpe auch betrieben werden, wenn der Wärmetauscher noch nicht angeschlossen ist?
Ja, die Anschlüsse des Wärmetauschers können zunächst mit Kappen verschlossen bleiben; die Wärmepumpe arbeitet ganz normal autark über ihren Kältekreis.
Welche Rolle spielt der Wärmetauscher bei Solarthermie?
Die Solarflüssigkeit vom Dach strömt durch den Tauscher und heizt den Speicher auf. Nur wenn keine Sonne scheint, schaltet die Wärmepumpe nach.
Wie wird geregelt, welcher Erzeuger vorrangig heizt?
Die interne Elektronik der Wärmepumpe oder die Kesselregelung priorisiert meist die kostenlose Umwelt- oder Solarwärme vor dem fossilen Kessel.